Fastback mit vier Ringen – 73er Audi 100 Coupé S

Markante Audi-Radkappen

Das Herz des Coupe S

Blick in den Innenraum

Geoeffneter Kofferraum

Stolzer Coupe S-Besitzer

Fotos: Andreas Ehm

Hans-Jürgen Prüfer ist Coupé-S-Fahrer aus Leidenschaft. Seit nunmehr 36 Jahren hegt und pflegt er sein rassiges Coupé. Sein Weg ins Audi-Glück begann 1974 voller Kapriolen – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes – mit einer zweitürigen Audi-100-Limousine.

Das Audi 100 Coupé S zählte Anfang der 70er zweifelsfrei zu den schönsten Automobilen, die der deutsche Markt zu bieten hatte. Die elegante Formensprache mit dem rassigen Heck im Fastback-Style verlieh dem Audi internationales Flair, und er ist auch heute noch ein immer gern gesehener Repräsentant seiner Zeit auf Veranstaltungen im Zeichen der vier Ringe. Das von Cheftechniker Ludwig Kraus entwickelte und auf Plattform des Audi 100 aufgebaute Coupé (Radstand: minus 115 Millimeter, Länge: minus 22 Zentimeter, Höhe: minus drei Zentimeter, Breite: plus drei Zentimeter) verkaufte sich in der Bauzeit von 1970-‘76 aber nur ganze 30.687mal (Limousine: rund 800.000 Stück).

Das lag sicherlich weniger an der wunderschönen Formgebung des viersitzigen Coupés als vielmehr an dem deutlich höheren Preis (14.990 Mark) gegenüber einer vergleichbaren zweitürigen Audi-100-GL-Limousine (12.525 Mark). Die Unterschiede zur Limo waren nicht riesig, aber für den erlesenen Käufergeschmack greifbar: unter anderem 185er Breitreifen, höhenverstellbare Lenksäule, heizbare Heckscheibe, edlere Sitzbezüge, Kopfstützen vorne, innenbelüftete Bremsscheiben und eine härtere Federung. Coupéfahren – das hieß vor mehr als 30 Jahren bei Audi Individualität zu einem hohen Preis, und das ausnahmslos mit Vierzylindermotoren mit 115 PS (später 112 PS durch Register- statt Doppelvergaser). Obwohl einige deutsche Mitbewerber im Sportcoupé-Segment Sechszylinder-Aggregate (Ford Capri, Opel Commodore, Mercedes 250 C) anboten, hatte man bei Audi auf eine Leistungssteigerung mittels Hubraumerhöhung verzichtet.

Auf überdurchschnittliche Fahrleistungen, geschweige denn den Status des Sechszylinderfahrens, legte Hans-Jürgen Prüfer bei der Wahl seines Fortbewegungsmittels keinen gesteigerten Wert. Als Cityflitzer dienten ihm und seiner Gattin Ingeburg immer wieder einige nach Leistung gierende “Enten“. Heute hat ein A3 mit Automatik den Job des Alltagswagens. Aber was den Langstreckenverkehr angeht – da war und ist bis heute Audi die erste Wahl des Ehepaars.

Als die Prüfers 1974 ihren ersten neuen Audi erwarben, waren sie vollauf zufrieden mit der zweitürigen Limousine in “Clementine-Orange“. Und die Lüdenscheider würden wohl heute statt in diesem Coupé noch immer in dem Audi 100 verreisen, hätte nicht vor rund 32 Jahren – bei Kilometerstand 13.000 – das Schicksal ein anderes Drehbuch für den C1 geschrieben. Als sich das Ehepaar auf dem Weg in den wohlverdienten sechswöchigen Jahresurlaub nach Spanien befand, kreuzte urplötzlich ein Kleinwild die Fahrbahn der BAB 5 bei Karlsruhe. Das irritierte Fahrzeugführerin Ingeburg, die erste Fahrerpraxis auf dem neuen Auto sammeln sollte, und nötigte sie zu Reaktionen, welche die Limousine zu einem atypischen Fahrverhalten verleiteten und schließlich in den Acker schleuderten. Glück im Unglück hatten die Eheleute: Sie stiegen unverletzt aus dem Fahrzeugwrack aus. Nach dem mehrfachen Rittberger war an der Limousine jedoch kaum mehr ein Teil heil geblieben, und so ging es auf dem ADAC-Schlepper heimwärts. Damit der Urlaub nicht komplett ins Wasser fiel, musste schnell ein Übergangsfahrzeug organisiert werden. Ein R4 – kein wirklich adäquater Ersatz für einen Audi 100 – befriedigte mehr schlecht als recht die Resturlaubsansprüche der Eheleute.

Von: Andreas Ehm

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