Gruppe-B-Rekord und Audi-Weltpremiere



ADAC Eifel Rallye Festival 2016


„Das ist einfach nur gigantisch, ich hätte nie geglaubt, dass man die Gruppe B in diesem Ausmaß jemals wiederbeleben könnte. Solch ein tolles Gruppe-B-Feld hat es vorher nie gegeben!" Die Begeisterung stand Walter Röhrl ins Gesicht geschrieben. Der Schirmherr des ADAC Eifel Rallye Festivals (21. - 23. Juli 2016) rockte mit zehntausenden Fans aus dem In- und Ausland und den Boliden verschiedener Hersteller die Vulkaneifel. Rund um Daun gab es das weltweit größte Aufeinandertreffen von Gruppe-B- und Gruppe-S-Fahrzeugen, die vor genau 30 Jahren aus dem Sport verbannt wurden. Über 60 dieser Fahrzeuge traten im Feld der insgesamt 150 Zeitzeugen aus der Geschichte des Rallyesports an.

Es gab in der Vulkaneifel allerdings nicht nur das weltweit größte Aufeinandertreffen der Gruppe-B, gemeinsam mit Audi Tradition gelang dem Veranstalter eine absolute Weltpremiere: Vor 30 Jahren entwickelt und nie zum Einsatz gekommen, war der Audi Gruppe-S-Mittelmotor-Rallye-Prototyp erstmals Teil einer Rallye-Veranstaltung. Nach einem beispiellosen Wettrüsten der an der Rallye WM beteiligten Marken beschloss Audi Mitte der 1980er Jahre, vom vergleichsweise seriennahen Auto im Rallyesport abzurücken. Die Ingenieure begannen stattdessen die Entwicklung eines Spezialautos mit Mittelmotor, Gitterrohrrahmen, Kunststoffkarosserie und Vierventil-Turbomotor. Geplant war ein Bolide für die Rennsaison 1987, wo das Gruppe B- vom Gruppe-S-Reglement abgelöst werden sollte. Nach einem schweren Unfall bei der Portugal-Rallye – ohne Beteiligung von Audi – kam jedoch das Aus für das Projekt: Die Internationale Sportbehörde FIA schrieb aus Sicherheitsgründen sowohl die Rallye-Gruppe B als auch die vorgesehene Gruppe S für die Saison 1987 nicht mehr aus. Und der dafür konzipierte Audi Gruppe S Mittelmotor-Rallye-Prototyp blieb ein ewiges Versprechen – das nun eingelöst wurde. „Das Eifel Rallye Festival mit seinem Thema der Gruppen B und S war der perfekte Rahmen für uns, diese Premiere zu feiern", sagte Timo Witt, Leiter der historischen Sammlung von Audi Tradition. „So können wir einen tollen Beitrag zu diesem Festival leisten. Und hier hat unser Prototyp mehr Kilometer absolviert als zuvor in 30 Jahren. Allerdings müssen wir auch vorsichtig sein, dies ist ein Einzelstück und alle Teile sind unwiederbringbar.“
Auch Audi-Pilot André Lotterer gönnte sich einen Ausflug zum Eifel Rallye Festival. Mit seinem privaten Audi Sport quattro besuchte der Langstrecken-Weltmeister von 2012 die Audi Tradition. Beim Anblick des Gruppe-S-Mittelmotor-Rallye-Prototyps geriet er ins Schwärmen: „Ein absolut faszinierendes Auto!“ Zudem begegnete er einem Star seiner Kindheit: Kein Geringerer als der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl pilotierte das Gruppe-S-Modell auf den Rallye-Prüfungen rund um Daun!


Von: Text: Sarah Sauer, Veranstalter, Audi Tradition Fotos: Daniel und Gerd Schimmel,

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