
In der Seitenansicht offenbart sich das markante Profil des S2 Avant.

Glattes Heck ohne Wischer und Embleme.

Auf Seite! Das Kennzeichen musste zu Gunsten der Luftzufuhr auf die Beifahrerseite weichen.

Kompaktes Kraftpaket: Dank Turboaufladung liefert der Fünfzylinder bei Bedarf 690 PS.
Dieser 95er Audi S2 Avant in original "Pelikan-metallic" von Jens Harder ist von Anfang bis Ende ins kleinste Detail akribisch für die Viertelmeile konstruiert worden. Resultat ist ein auf 1.260 Kilogramm erleichterter B4, der trotz seines dezenten Auftritts ein Maximum an Leistungspotenzial unter der Haube vorzuweisen hat. Ein 2,2-Liter-20V-Fünfzylinder-turbo-Motor leistet im Rennbetrieb bis zu 690 PS.
An sich ist der äußerlich eher unscheinbar wirkende Audi 80 Avant in der zweitstärksten Leistungsstufe, die es ab Werk zu ordern gab – neben dem 315-PS-starken RS-2-Halbbruder (Kooperation zwischen Porsche/Audi mit 2.891 Einheiten) – eine selten Erscheinung. Gerade einmal 1.818 Exemplare wurden laut Hersteller von dieser S-Variante mit serienmäßigem 230-PS-Fünfzylinder-Turbo-Triebwerk an die Kundschaft ausgeliefert, als Limousine sollen gar nur ganze 306 produziert worden sein.
Der Leistungssprung von 230 PS im S2 zum RS 2 (315 PS) konnte durch Veränderungen an Turbolader und Ladeluftkühler, Einspritzung, Abgasanlage und Motormanagement erreicht werden. Gekoppelt sind beide Fünfzylinder-Kraftpakete mit einem enggestuften Sechsgang-Schaltgetriebe sowie dem in dieser Leistungsklasse obligatorischen permanenten quattro-Antrieb mit Torsen-Differenzial. Ein Serien-S2 mit rund 1,6 Tonnen Leergewicht katapultiert sich und seine Mitfahrer aus dem Stand in nur 6,1 Sekunden auf eine Geschwindigkeit von 100 km/h, und nach nur 15,4 Sekunden sind 160 km/h erreicht (Werksangaben).
Diese Zeiten lassen Jens Harder aus Wuppertal natürlich nur ein müdes Lächeln über die Lippen huschen. Angefangen hat die Viertelmeile-Leidenschaft des heute 34 Jahre alten Unternehmers vor etwa neun Jahren auf einer Veranstaltung der VW SCENE, dem VW-Forum in Castrop-Rauxel. "Dort bin ich praktisch infiziert worden", berichtet uns der Wuppertaler. "Die B3/B4-Modellreihe mit den Fünfzylinder-Turbomotoren hat mich fasziniert. Ein guter Bekannter – Andreas Freund – fuhr damals mit seinem roten Audi S2 Coupé super Zeiten. So einen Fahrzeugtyp wollte ich irgendwann auch mal besitzen.“
Drei Jahre später bekam Jens durch Zufall von einem Händlerkollegen einen originalen S2 Avant angeboten, beste Basis für das lange geplante Umbauprojekt. "Die Umbauzeit betrug etwa drei Jahre, bis ich mich an den heutigen Stand herangetastet habe", erklärt Jens weiter, "denn das geht naturgemäß nicht von heute auf morgen.“ Darum besucht Jens mit seinem Avant auch viele Veranstaltungen, um sich zu informieren und neue Ideen zu sammeln. Er selbst gibt dabei gleichwohl gerne Auskunft über die Innereien seines "heißen Stuhls". Sein B4 Avant ist Technologie- und Image-Träger zugleich, aber trotzdem ein Auto zum Anfassen geblieben…
Mehr von dem Viertelmeilen-Überflieger lesen Sie in der aktuellen Audi Scene Live – Ausgabe 05/2009!
Text und Fotos: Andreas Ehm
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