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Audi rockt die ADAC GT Masters 2016

Sieben Stationen, 14 Rennen, 25 eingeschriebene Teams. Das sind die Eckpunkte der 2016er Saison im ADAC GT Masters. Neben den fünf deutschen Rennstrecken in Oschersleben, dem Sachsenring, dem Lausitzring sowie am Nürburgring und in Hockenheim wurde erneut zwei Mal im Ausland gefahren: auf dem österreichischen Red Bull Ring und im holländischen Zandvoort. Besonderes Highlight der diesjährigen Saison? Alles war auf Null gestellt. Jedes Werk brachte seinen neuen GT3-Boliden an den Start. 2015 noch beim letzten Saisonlauf in Hockenheim vorgestellt, wurden die Fahrzeuge 2016 erstmals losgelassen. Natürlich hatte auch die Marke aus Ingolstadt einen neuen Boliden in der Hinterhand, den Audi R8 LMS.
Insgesamt traten in der aktuellen Saison 11 Teams mit diesem R8 LMS an. Damit ist er der am meisten eingesetzte Bolide. Der V10-Saugmotor, der im Heck schlummert, besitzt einen Hubraum von 5.200 Kubik und eine daraus resultierende Leistung von knapp 585 PS. Das Aluminium-CFK-Hybrid-Chassis wiegt inklusive aller elektronischen Teile 1.225 Kilogramm – nicht die schlechtesten Ausgangswerte, um beim Kampf um die Meisterschaft ganz vorne mitzumischen.
So orderte das Montaplast-by-Land-Motorsport-Team direkt zwei der neuen R8 und besetzte diese mit den Fahrerpaarungen Christopher Mies/Connor de Phillippi und Marc Basseng/Peter Hoevenaars. Auch das Team um kfzTeile24 entsandte zwei orangefarbene R8 in die Saison 2016, genauso wie Aust Motorsport Phoenix Racing und CarCollection Motorsport. Auch das Yaco Racing Team und MRS GT-Racing starteten jeweils mit einem R8 LMS in der vom ADAC ausgetragenen Rennserie. Porsche kam mit dem überarbeiteten 911 GT3-R an den Start, Chevrolet mit der neuen C7 GT3-R, Bentley mit dem Continental GT3, BMW mit dem M6 GT3, Mercedes mit dem AMG GT3 und Lamborghini zündete den Huracan GT3. Lediglich eine alte Corvette C06 GT3 und der Nissan GT-R Nismo GT3 waren aus der alten Saison übrig geblieben.
Es war also angerichtet für 2016. Los ging es Mitte April in Oschersleben. Und es war direkt der Audi R8 LMS, der die erste Pole einfahren konnte. Connor de Phillippi und Christopher Mies stellten ihren grün-weißen R8 auf den ersten Startplatz, gefolgt vom Mobil 1 Team in einem der neuen Mercedes Benz AMG GT3 und einem weiteren Audi von Phoenix Racing. Während im ersten Rennen der Saison der Audi von Phoenix mit Marc Basseng und Peter Hoevenaars den dritten Platz halten konnte, musste der Pole-Setter den Mercedes ziehen lassen und sah mit einer Sekunde Rückstand als Zweiter die schwarz-weiß karierte Flagge. Nach der Renndistanz von einer Stunde sah darüber hinaus der zweite Bolide von Phoenix das Ziel als Sechster und Florian Stoll/Laurens Vanthoor im kfzteile 24 Audi als Neunte. Ein guter Anfang, doch Audi wollte mehr. In Oscherleben musste man sich allerdings beim zweiten Rennen am Sonntag mit einem zweiten und dritten Rang begnügen. Diesmal war es einer der beiden grünen Lamborghini Huracan, die den Sieg einfuhren. Dennoch war das Duo de Phillippi/Mies nach dem ersten Wochenende Tabellenführer.
Bereits zwei Wochen danach stand der nächste Lauf auf dem Sachsenring an. Auch hier schlug sich Audi mehr als beachtlich – im ersten wie auch im zweiten Rennen konnten der zweite und dritte Gesamtrang verzeichnet werden. Lediglich ein Sieg fehlte nach wie vor. Diese fuhren der Mobil 1 Mercedes sowie die Gallaway Corvette von Jules Gounon und Daniel Keilwitz ein. Trotzdem wechselte die Tabellenführung nach wie vor nicht. Die beiden Audi-Piloten von Land Motorsport waren ganz vorne im Klassement.
Auf dem Highspeed-Kurs in der Lausitz sollte es dann wenige Wochen später ganz und gar nicht nach dem Geschmack der Audi-Fans laufen. Am Samstag lief kaum etwas zusammen und der beste Audi landete lediglich auf dem sechsten Gesamtrang. Am Sonntag lief es etwas besser und die Meisterschaftsführenden konnten sich mit einem dritten Platz erneut auf dem Podium sehen lassen. Aber: Noch immer kein Sieg eines Audi R8 LMS in der ADAC GT Masters Serie.
Bevor es diesen zu feiern gab, stand noch ein ganz schwarzes Wochenende bevor. In der Steiermark auf dem Red Bull Ring waren wirklich nur lange Gesichter zu sehen – ein Ausfall am Samstag vom Team Connor de Phillippi/Christopher Mies und ein sechster Platz am Sonntag. Beim Samstagrennen war der beste Audi (Yaco Racing) sogar nur auf dem zwölften Rang zu finden.
Auf der Traditionsrennstrecke am Nürburgring sollte alles wieder besser werden. Am Samstag konnte zwar noch ein Porsche-Doppelsieg bestaunt werden, doch am Sonntag holten die Ingolstädter zum Gegenschlag aus. Platz 1 und 2 für Audi. Den ersten Sieg für die Marke mit den vier Ringen fuhren, wie sollte es auch anders sein, die Meisterschaftsfavoriten Christopher Mies und Connor de Phillippi ein, dicht gefolgt jedoch vom kfzteile24-Team mit den Piloten Florian Stoll und Laurens Vanthoor. Und dann gab es ein Nachspiel: Aufgrund nicht homologierter Teile wurden die beiden orangefarbenen Audi R8 aus der Wertung genommen und für den Rest der Saison gesperrt. Somit verloren Florian Stoll und Laurens Vanthoor sowie ihre Teamkollegen Daniel Dobitsch und Edward Sandström alle Chancen, auch bei den beiden letzten Läufen zu glänzen.
So musste der GT-Masters-Tross zwei Wochen später in Zandvoort ohne die beiden R8 vorlieb nehmen. Das erste Rennen wurde von einem beinharten Kampf zwischen dem Porsche 911 GT3-R von Kevin Estre und David Jahn gegen den Audi R8 LMS von Land Motorsport dominiert. Am Ende konnte sich der Zuffenhausener Bolide knapp gegen seinen Ingolstädter Kollegen durchsetzen. Dennoch war klar, dass Christopher Mies und Connor de Phillippi als die heißesten Titelanwärter nach Hockenheim reisen sollten. Auch ein vierter Gesamtrang beim Sonntagsrennen änderte daran nichts. Darüber hinaus gab es am Sonntag den zweiten Audi-Sieg der Saison 2016 zu feiern. Die schnelle Dame Rahel Frey und Philip Geipel im Yaco Racing LMS konnten sich vor dem Lamborghini Huracan von Norbert Siedler und Jaap van Lagen behaupten und sicherten den zweiten Ingolstädter Sieg.
Alles war angerichtet fürs große Finale in Hockenheim. Neben den Tabellenführern Mies und de Philippi konnten auch Porschepilot David Jahn sowie das Corvette-Team Daniel Keilwitz und Jules Gounon noch den Titel einfahren. Das Team um Wolfgang Land gab alles und konnte den Boliden fürs erste Rennen auf die Pole Position setzen. Starker Regen kurz vor dem Start erschwerte die Bedingungen. Das Audi-Gespann musste den Titelrivalen David Jahn/Kevin Estre ziehen lassen und mit dem zweiten Gesamtrang vorlieb nehmen. Dennoch war die Ausgangssituation für den Sonntag hervorragend. Ein achter Gesamtrang würde reichen, um den Titel einzufahren. Aufgrund eines schweren Unfalls von Jules Gounon kam es zum Zweikampf zwischen Porsche und Audi. Am Ende erkämpfte sich der Land Motorsport Audi R8 LMS den rettenden achten Gesamtrang. Selbst ein Sieg von David Jahn hätte Audi nicht den Meisterschaftstitel entreißen können. So wurde der Porsche am Ende Zweiter im Rennen und auch Zweiter im Gesamtklassement.
Der Meistertitel hingegen ging an den Audi R8 LMS mit Christopher Mies und Connor de Phillippi. Der Jubel war groß. Neben dem Fahrertitel konnte sich das Team Land Motorsport ebenfalls den Titel in der Teamwertung sichern. Besser hätte es in der GT Masters für Audi nicht laufen können. Mit entsprechend hohen Ambitionen geht das Team 2017 in die neue Saison!   

Von: Text & Fotos: Nico Meyer

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