Vollgas, Chérie!


Giftige Performance – 2014er Audi S1


Dass nicht nur Jungs heiße Autos auf die Beine, respektive Räder stellen können, ist seit Langem in der Szene bekannt. Die Schauenburgerin Lena Günther, Mitglied der „Markenoffenen Tuningeinheit Kassel“, erbringt einmal mehr den Beweis, dass auch die Mädel wissen, was gut und schnell ist. Bereits ihr erstes Projekt, ein 2014er Audi S1 quattro, ist ein absoluter Volltreffer geworden. Mit sportlichem Look, einer tollen Fahrwerk- und Felgenkombination sowie der Power von atemberaubenden 325 PS setzt ihr Kraftzwerg ohne Wenn und Aber Maßstäbe!
Cooles Design, individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und exquisite Verarbeitung: Mit diesen Charaktereigenschaften und einem gut sortierten Motorenprogramm startete Audi im Herbst 2010 in die Klasse der High-End-Kleinwagen. Vier Jahre später legten die Ingolstädter nach und zeigten, dass ihr Luxus-Zwerg nicht nur knuffig, sondern auch kernig sein kann – und zwar so richtig. Mit 231 PS aus 1.984 Kubik Hubraum spurtet der kleinste quattro des Herstellers in 5,8 Sekunden auf 100 Sachen. Top speed des kleinen Kraftpakets: 250 km/h.
Nicht genug? Kein Problem! Die Schauenburgerin Lena Günther weiß, dass in der 1er-Klasse noch (viel!) mehr geht. Mit sage und schreibe 325 PS, einem sportlich abgestimmten KW-Gewindefahrwerk (V3 Inox Line) und extra großen Schlappen im Format 8 x 19 Zoll (OZ Leggera HLT) mit 215/35er 19-Zoll-Pneus (Hankook S1 Evo) geht ihr Audi S1 noch brachialer ans Werk. Süßer Kleiner? Fehlanzeige, der hier ist ein Biest mit gletscherweißer Weste. Auch wenn uns keine detaillierten Daten über Beschleunigung oder Höchstgeschwindigkeit von Lenas S1 vorliegen, reicht ein Hauch von Phantasie um sich vorzustellen, wie derbe 325 zwangsbeatmete Pferde mit 1.390 Kilogramm Leergewicht umgehen! „Er ist auf jeden Fall schneller als mein erster A1 mit 122 PS“, wirft Lena grinsend ein. „Wobei ich meinen kleinen 1.4er TFSI hier keinesfalls schlechtmachen will. Schließlich war er mein erstes eigenes Auto und ein traumhaftes Geschenk meiner Eltern zum 18. Geburtstag.“
Der Sprung von 122 auf 325 PS ist in der Tat gewaltig. Wie kam es eigentlich dazu, Lena? „Ich hatte mich recht schnell an die Leistung meines 1.4ers gewöhnt“, erzählt sie: „Nach einer Weile hinter dessen Lenkrad verspürte ich das dringende Bedürfnis nach mehr Leistung. Was hätte da besser ins Konzept gepasst, als der 2014 vorgestellte Audi S1? Der sah nicht nur auf dem Papier richtig gut aus, sondern auch in natura. Hinzu kam, dass ich ihn kurz nach der offiziellen Vorstellung auf dem GTI-Treffen am Wörthersee live und in Aktion erleben durfte. Dabei hat es gefunkt. Liebe auf den ersten Blick.“ Konsequenz: Vier Wochen nach dem Besuch am See hatte Lena ihren neuen Traumwagen im Audi-Zentrum ihres Vertrauens bestellt.
Der Moment der Auslieferung ihres brandneuen Audi S1 im Audi Forum in Neckarsulm dürfte für Lena mindestens so aufregend gewesen sein wie das Entgegennehmen der Schlüssel. „Das war es!“, schwärmt sie: „Der Besuch bei Audi war ziemlich beeindruckend und das Event der Selbstabholung echt klasse.“ Was die stolze Neuwagenbesitzerin zu diesem Zeitpunkt nicht zu ahnen gewagt hätte: In nicht allzu ferner Zukunft sollte sie sich auch an die 231 PS ihrer Straßenrakete im Taschenformat gewöhnt haben.
„Schuldig im Sinne der Anklage“, hebt Lena die Hand und verrät, wie sie dem abermals aufgetretenen Problem des Leistungsmangels begegnet ist: „Vereinfacht ausgedrückt, hat mein S1, den ich übrigens auf den Spitznamen ‚Chérie’ getauft habe, eine leistungssteigernde Motorsoftware sowie einen überarbeiteten Ansaugtrakt mit Sportluftfilter und eine optimierte Abgasführung erhalten“, fasst sie zusammen. „Damit standen auf einmal 325 statt 231 PS und ein Drehmoment von 460 Newtonmetern auf dem Papier. Eindeutig zu viel, um den Kleinen auf seinen Serienfelgen und dem originalen Fahrwerk laufen zu lassen. Also habe ich das KW-Gewindefahrwerk und die 19-Zöller ein- beziehungsweise verbauen lassen. Die Mischung aus den 19-Zoll-Felgen und dem neuen Fahrwerk erschwerte allerdings die Tieferlegung des S1, daher ist die Absenkung der Karosserie auf minus 10 Millimeter beschränkt worden.“
Erstaunliche Randnotiz: Trotz des enormen Kraftzuwachses von mehr als 90 PS soll Lenas Audi S1 nach wie vor relativ sparsam unterwegs sein. „Wenn ich ihn normal bewege, liegt der Spritverbrauch bei 7,5 Litern auf 100 Kilometern“, berichtet Lena, „ und damit kann ich leben. Lediglich bei der Wahl der Räder habe ich mir einen größeren (Zeit-)Verbrauch eingehandelt. Die OZ-Felgen sind extrem pflegebedürftig, da sie Bremsstaub und Teer anziehen wie ein Magnet. In der Praxis gehen da gerne mal zwei bis drei Stunden fürs Putzen drauf!“ Durchaus ärgerlich, aber vertretbar. Schließlich dürften sowohl der Gedanke ans Räderputzen als auch der an einen verbrauchsoptimiert agierenden Gasfuß passé sein, sobald es heißt: „Vollgas, Cherié!“



AUDI SCENE FACTS
(Halter*- bzw. Herstellerangaben)

Von: Text: Marc Timmer Fotos: Dominique Fourcade

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